Deichschlot

Der Deichschlot entwässert große Niederungen zwischen Bremen und Oyten östlich des Hodenberger Deichs und südlich der Bahnlinie Bremen-Hamburg. Im Bereich der Gewässer am Holler Deich und am Hodenberger Deich können sie sehen, was eine schonende Gewässerunterhaltung bewirkt.

Die große Stauklappe am Deichknick dort, wo die Straße zum Hexenberg abzweigt, sichert eine bestimmte Mindestwasserhöhe im Deichschlot. Der Wasserstand soll hier hoch sein, damit Wasser für den Stadtteil Oberneuland abgeleitet werden kann.

Ein kleines Verteilerbauwerk ist gleich jenseits des Staus im Straßenknick zu sehen: ein gemauertes Becken mit je zwei Zu- und Ablaufklappen. Auch die Feldmark Oberneuland wird von hier aus bewässert. Zum Park Höpkens Ruh verläuft ein schmaler Graben entlang der Straße Auf der alten Weide. Diesen kleinen Wasserzug finden sie, wenn sie der Fahrspur folgen.

Die meisten kleineren und mittleren Gräben wachsen im Sommer zu. Hoher Nährstoffgehalt des Wassers und fehlende Beschattung führen zu einem rasanten Wachstum von Wasserpest, Laichkraut, Teichrose, Igelkolben im Graben und von Wasserschwaden an den Ufern. Deshalb müssen die Gräben meist einmal im Jahr geräumt werden. Wie sich jeder leicht vorstellen kann, werden dadurch die Lebensbedingungen der Wassertiere drastisch verschlechtert. Aus menschlicher Sicht könnte man es damit vergleichen, dass plötzlich die Wohnung verwüstet und die Lebensmittel vernichtet werden.

Der BREMISCHE DEICHVERBAND AM RECHTEN WESERUFER bemüht sich die Gräben so schonend wie möglich zu räumen und greift nur dort ein, wo es unbedingt erforderlich ist. Schonende Gewässerunterhaltung bedeutet, dass die Pflanzen nicht vollständig ausgeräumt werden. Der Mähkorb hält einen bestimmten Abstand vom Ufer und vom Gewässergrund ein. Außerdem lassen die Arbeiter, sofern der Wasserfluss nicht beeinträchtigt wird, immer wieder kurze Abschnitte mit Wasserpflanzen stehen.

Viele kleinere Wasserabläufe krauten die Arbeiter mit der Hand. Eine gezielte und daher sehr schonende Methode, die allerdings sehr personal- und kostenintensiv ist. Eine sog. chemische Krautung der Gräben mit Herbiziden hat der Deichverband seit seiner Gründung abgelehnt.

Wenn besonders bedrohte Pflanzen wie zum Beispiel der Efeu-Wasserhahnenfuß in den Gräben entdeckt werden, wird auf sie besondere Rücksicht genommen. Er wächst im ganzen Land Bremen nur an einem einzigen Graben, der seit jeher mit der Hand gekrautet wird.