Holler Deich / Ecke Aumunds Damm

Hier hat der BREMISCHE DEICHVERBAND AM RECHTEN WESERUFER außen am Deichfuß an der Grabenböschung eine Packung aus überwachsenen Natursteinen eingebaut. Die Steine sollen Bisamratten davon abhalten sich Gänge und Höhlen in den Deich zu bauen. Sicher haben sie auf dem Holler Deich auch schon einige großblättrige Ampferpflanzen entdeckt. Ampfer und Bisam gefährden den Deich.

Der Ampfer (Rumex obtusifolius) hat lange Pfahlwurzeln und große, dichtwachsende Blätter. Die Blätter verdrängen das Gras, das mit seinen dichten und feinen Wurzeln die Erde auf dem Deich festhält. Im Herbst sterben die Blätter ab und in der Grasnarbe bleibt ein Loch von etwa 25 bis 30 cm Durchmesser. Bei höheren Wasserständen besteht die Gefahr, dass das Wasser die Ampferlöcher auswäscht und damit die Festigkeit des Deiches vermindern würde.

Der Deichverband spritzt seit Jahren keine Herbizide zur "Unkrautvernichtung". Er hat auf Versuchsstrecken ausprobiert, wie der Ampfer am besten zu bekämpfen ist: durch Mähen oder durch Ausgraben. Das Ausgraben war Erfolg versprechend.

Der Bisam bzw. die Bisamratte (Ondatra zibethicus) ist ein Nager aus der Familie der Wühlmäuse, kaninchengroß und braun. Er lebt in Flüssen, Gräben und Kanälen mit gleichmäßigen Wasserständen und wühlt seine verzweigten Bauten in die Uferböschung und in die Deiche. In einer Stunde kommt er dabei 2 m voran. Der Eingang zum Bau liegt 20 cm unter der Wasseroberfläche. Das Bisamweibchen wirft zweimal im Jahr sechs Junge, die im Herbst auf Wanderschaft gehen. Natürliche Feinde hat der Bisam in Europa nur wenige, da er ursprünglich aus Amerika stammt.

1905 wollte ein Unternehmer in der Nähe von Prag mit drei Bisampärchen aus Alaska eine Pelztierzucht gründen. Einige Nachkommen entwichen und von ihnen stammen wahrscheinlich alle Bisame in Mitteleuropa ab. Inzwischen fangen in der Bundesrepublik fast 3.000 Bisamfänger jährlich 300.000 Bisame. Trotzdem nimmt der Bestand zu.

Seit Mitte der 1960er Jahre ist der Bisam auch für die Deiche in Bremen gefährlich. 1970 gingen 3.500 Bisame in Fallen, 1979 waren es 6.500 und 1988 gar 9.000; 70 Prozent davon im Blockland. Der Deichverband links der Weser hat einen festangestellten Bisamfänger, der Deichverband rechts der Weser teilt sich mit dem Senator für Bau, Umwelt und Verkehr die Bezahlung eines Bisamfängers. Unter Biologen ist allerdings umstritten, ob eine Bejagung die Anzahl der Bisame tatsächlich reduziert.

Außer Ampfer und Bisam können auch Pferde dem Deich schaden, wenn ihr Hufschlag Löcher in die Grasnarbe reißt. Auf allen Deichen ist das Reiten daher strikt verboten.