Dammsiel-Schleuse

Bei der Dammsiel-Schleuse soll über Menschen berichtet werden, die vor Ort an Schleusen, Sielen und Deichen für den Deichverband tätig sind. Zumeist arbeiten sie ehrenamtlich oder nebenberuflich. Da sie ihre Aufgaben oft ohne Rücksicht auf die Tageszeit oder Sonn- und Feiertage erfüllen müssen, gebührt ihnen besonderer Dank.

Der Verband beschäftigt an den Schleusen Dammsiel, Semkenfahrt und Kuhsiel jeweils einen Schleusenwärter bzw. eine Schleusenwärterin. Die Abmachungen über den Umfang ihrer Tätigkeit und ihre Vergütung sind an jeder Schleuse anders.

Schleusenwärter der Dammsiel-Schleuse ist der Wirt der Gaststätte Dammsiel. Eigentümer des Gaststättengebäudes und des Grundstücks Niederblockland 32 ist der Deichverband. Der Mietvertrag für das Gebäude ist mit der Tätigkeit des Schleusenwärters untrennbar verbunden. Der Gaststätte Dammsiel wurde 1835 erstmals das Krugrecht erteilt. Seit 1844 steht sie ohne Unterbrechung in der Pacht der Familie Garbade.

Die Schleusenwärterin der Semkenfahrt-Schleuse ist nebenamtlich tätig. Da die Schleuse von den Nutzern selbst bedient wird, beschränkt sich ihre Tätigkeit auf die Aufsicht.

Der Schleusenwärter der Kuhsiel-Schleuse ist Angestellter des BREMISCHEN DEICHVERBANDES AM RECHTEN WESERUFER. Seine Arbeitszeit richtet sich nach den Schleusenzeiten die jährlich öffentlich bekannt gemacht werden. Die Mehrarbeit im Sommer wird durch freie Zeit im Winter abgegolten.

Eine weitere wichtige Funktion im Verband haben die Stau- und Sielwärter. Sie sind für die Wasserhaltung in den landwirtschaftlich genutzten Feldmarken verantwortlich und bedienen die Staue und Siele nach den Bedürfnissen der Landwirte. Die Stau- und Sielwärter sind in der Regel zugleich auch die von den Feldmarksversammlungen gewählten Obleute, deren Aufgabe es ist, die Interessen ihrer Feldmark gegenüber dem Verband zu vertreten. Kein leichtes Brot. Da einerseits Wasser in einem geschlossenen System immer gleich hoch steht und anderseits die Grundstücke der Feldmarksinteressenten unterschiedlich hoch liegen, wobei 20 cm schon viel ausmachen können, kann für den Einen zuviel sein, was für den Anderen zu wenig ist. Das Amt des Stau- und Sielwärters erfordert also nicht nur technisches Verständnis, sondern zugleich auch diplomatisches Geschick.

Besondere Verantwortung tragen die vom Verband eingesetzten Deichgeschworenen. Sie sind ehrenhalber tätig und unterstützen den Deichhauptmann in ihrem Bezirk in allen örtlichen Angelegenheiten. Im Katastrophenfall kontrollieren sie ihren Deichabschnitt und melden Schäden weiter. Weitere Deichverteidigungskräfte weisen sie in die örtlichen Gegebenheiten ein. Da diese Aufgabe nur Ortskundige wahrnehmen können, versteht es sich von selbst, dass der Verband die Deichgeschworenen aus den Reihen der Deichanlieger auswählt und einsetzt.

In jedem Herbst finden Deich- und Gewässerschauen statt. Bei den Deichschauen führt der Verband zum Nachweis seiner Tätigkeit die Deiche der Aufsichtsbehörde vor und zwar Schritt für Schritt. Bei 70 km Deichlänge jedes Jahr ein beachtlicher Fußmarsch. Beanstandungen werden protokolliert und müssen vor Beginn der winterlichen Hochwasser behoben werden.

Die Gewässerschauen dienen der Feststellung, ob die Gräben und Fleete im Verbandsgebiet die vorgeschriebenen Querschnitte aufweisen. Die Abnahme erfolgt durch vom Verband beauftragte Schauleute.