Munte / Kleine Wümme / Kuhgraben

Dieser Ort ist ein beliebter Treffpunkt der Bremerinnen und Bremer für Radtouren ins Blockland oder ins Hollerland. Vor fast 900 Jahren fingen Bauern an, die wilde Wümmeniederung in eine Landschaft aus Deichen und Gräben zu verwandeln.

Symbol der frühen Geschichte der Landschaft ist der Spaten, der das wichtigste Gerät der Siedler war. Spuren ihrer Arbeit sind noch heute im Land zu sehen. So verläuft der Kuhgraben durch die Fluren der Siedler zur Großen Wümme. Die Achterstraße, die auf der anderen Seite der Parkallee aus Horn kommt, erinnert an einen alten Deich. Ebenso der Wetterungsweg ins Blockland, an dem einmal Wetterungen lag, ein Dorf der ersten Siedler.

1106 kamen Abgesandte holländischer Bauern aus der Gegend von Utrecht nach Bremen. Die Männer verhandelten mit dem bremischen Erzbischof über sumpfiges Ödland, das die alteingesessenen Bauern, die auf dem Dünenrücken zwischen Mahndorf und Burg wirtschafteten und lebten, nicht brauchten. Die Holländer wollten ihre überbevölkerte Heimat verlassen und dieses Ödland bebauen.

Von der Munte stadtauswärts, nach Nordwesten bis Wasserhorst und nach Südost bis Osterholz, erstreckte sich damals ein weites Naturland, durch das zahlreiche Weser- und Wümmearme flossen: ein nasses Grasland mit Bauminseln aus Erlen und Weiden und undurchdringlichen Schilfgürteln. Doch auf dem moorigen oder sandigen Untergrund lag eine dünne Schicht aus fruchtbaren Marschenboden, den die Frühjahrs- und Herbsthochwasser herangeschwemmt hatte.

Deichbau war im Bremer Raum bekannt. Die Holländer wussten nun aber zusätzlich, wie sie das Sumpfland entwässern konnten. Der Erzbischof schloss mit ihnen einen Vertrag, das Kolonisationsprivileg. Die Kolonisten sollten jeweils einen Hof erhalten, eine bestimmte Summe zahlen und den Zehnten ihrer Ernte abliefern. Dabei siedelten sie nach Holländerrecht, d.h. sie waren freie und gleiche Genossen und wählten sich ihre Richter selbst. Ihr Land gehörte ihnen und sie konnten es verkaufen oder ihren Kindern vererben.

Ab 1181 erschlossen freie Bauern das östliche Hollerland (das heutige Oberneuland, Rockwinkel, Osterholz und Vahrster Feld). Anfang des 13. Jahrhunderts auch Land nördlich der Großen Wümme. Der Name Hollerland leitet sich also von den ersten Siedlern ab und bezeichnet heute das Gebiet bis zum Kuhgraben.